Palliativmedizin

 

Das Wort „palliativ“ löst in vielen Menschen Unbehagen aus. Inzwischen hören wir es immer öfter, z.B. in Fernseh- oder Zeitungsberichten. Hat das etwas mit Hospiz zu tun? Ist eine Palliativstation eine „Sterbestation“?

Was bedeutet das also, „palliativ“?

Das Wort „palliativ“ kommt von dem lateinischen Wort „palliare“, was „mit einem Mantel umhüllen“ bedeutet. Damit ist auch schon der Kern benannt: es geht um Schutz und um Umsorgung, genauer gesagt geht es darum, die Lebensqualität von schwerst kranken Menschen zu verbessern und zu erhöhen. Es geht selbstverständlich um die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen. Aber nicht nur medizinische, sondern auch psychologische, soziale und spirituelle Unterstützung gehört zur palliativen Versorgung, oder auch Palliative Care genannt.

Anders als viele Menschen vermuten, kann die palliative Unterstützung bereits frühzeitig im Krankheitsverlauf erfolgen. Es geht darum, den Menschen in dieser schwierigen Situation auf allen Ebenen bestmöglich zu begleiten. Die größte Bedeutung hat die palliative Behandlung aber sicherlich in fortgeschrittenen Stadien einer Krankheit und in der letzten Lebensphase.

Ziel einer palliativen Behandlung ist nicht die Heilung einer Krankheit, sondern die krankheitsbedingten Beschwerden zu verringern und den Gesundheitszustand des Menschen zu stabilisieren. Eine palliative Versorgung kann z.B. zur Krisenbehandlung über wenige Tage oder Wochen erfolgen, aber auch im Rahmen der Sterbebegleitung.

Wo findet eine palliative Versorgung statt?

Eine palliative Versorgung kann – je nach Situation – bei dem Menschen zu Hause stattfinden kann. Neben der allgemeinen Palliativversorgung, die üblicherweise jeder Arzt und jede Pflegekraft ausüben kann, gibt es auch spezialisierte Palliativ-Teams, die eine Unterstützung vor Ort ermöglichen.

Daneben gibt es auch stationäre palliative Versorgung, etwa in speziellen Palliativstationen, aber auch durch einen palliativen Konsiliardienst, durch den Patienten auf Nicht-Palliativ-Stationen versorgt werden können.

Was ist der Unterschied zu einem Hospiz?

Ein Hospiz ist eine Einrichtung für schwerkranken Menschen, in der sie in ihrer letzten Lebensphase begleitet werden. Dort findet, wenn benötigt, selbstverständlich auch eine palliative Versorgung statt.

Während die Hospizpflege Menschen erhalten, die sich in ihrer letzten Lebensphase befinden, kann eine palliative Versorgung in jeder Phase einer schweren, belastenden Krankheit erfolgen.